Was macht der Notar?

Der Begriff 'Notar' kommt vom Lateinischen 'notare' = aufschreiben. In früherer Zeit, als die meisten Menschen noch nicht schreiben und lesen konnten, war es Aufgabe des Notars für diese Dokumente zu erstellen. So ist der Notarberuf entstanden.

Der Notar ist unabhängig und nur an die gesetzlichen Vorschriften gebunden. Er und seine Angestellten sind zur Verschwiegenheit gegenüber jedermann verpflichtet. Durch die Einschaltung des Notars sollen die Beteiligten vor unüberlegten Geschäften bewahrt werden.

Der Notar muss alle, die an einem Beurkundungsvorgang beteiligt sind, korrekt und unparteilich beraten und betreuen; vor allem muss er auf Risiken der Vertragsgestaltung hinweisen und Vorschläge machen, wie diese Risiken vermieden werden können.

Der Notar nimmt die Informationen für das beabsichtigte Rechtsgeschäft auf und bereitet einen Entwurf des Vertrages vor, den er in aller Regel allen Vertragsteilen zuschickt, damit diese sich mit dem Text vertraut machen können und ihre Fragen oder Änderungswünsche mitteilen können.

Die Entwurfsübersendung ist gesetzliche Verpflichtung des Notars, wenn ein Grundstückskaufvertrag (auch Kauf einer Eigentumswohnung oder Bauträgervertrag) als sogenannter Verbrauchervertrag anzusehen ist. Ein Verbrauchervertrag liegt vor, wenn auf einer Seite des Vertrags (Käufer oder Verkäufer) eine Privatperson, auf der anderen Seite ein Gewerbetreibender beteiligt ist. Bei einem Verbrauchervertrag müssen zwischen der Entwurfsübersendung und der Beurkundung mindestens zwei Wochen Überlegungsfrist eingehalten werden.

Vor der endgültigen Unterzeichnung einer notariellen Urkunde muss diese in Anwesenheit der Vertragsteile vom Notar vorgelesen werden; auch bei dieser Verlesung können noch Fragen gestellt werden oder Änderungswünsche berücksichtigt werden. Nur da, wo das Gesetz nur die Beglaubigung der Unterschrift erfordert (z.B. bei der Einräumung eines Wegerechtes), kann auf die Verlesung verzichtet werden.

Verträge, die der Notar vorbereitet und beurkundet, müssen die Vereinbarungen der Vertragsbeteiligten richtig und klar wiedergeben; der Notar hat außerdem darauf zu achten, dass die Verträge den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und möglichst reibungslos abgewickelt werden können. Dazu holt er die zu dem betreffenden Vertrag erforderlichen Genehmigungen und Erklärungen von Banken und Behörden ein.

Der Notar achtet darauf, dass - soweit erforderlich- der Vertrag richtig im Grundbuch oder Handelsregister vollzogen wird. Diese Abwicklungstätigkeiten, von der die Beteiligten immer nur das Ergebnis sehen, sind in den Gebühren enthalten.

Der Notar ist außerdem verpflichtet, die von ihm beurkundeten Urkunden so zu verwahren, dass sie immer wieder aufgefunden werden und Abschriften erteilt werden können.